China führt Pflicht für physische Tasten ein und verbietet Yoke-Lenkräder

China geht bei der Gestaltung von Fahrzeugen – sowohl im Exterieur als auch im Interieur – rigoros vor. Die neuesten Vorschläge des Landes könnten das Ende für minimalistische, bildschirmzentrierte Innenräume bedeuten, die viele moderne Elektrofahrzeuge geprägt haben.
Um die Sicherheit zu erhöhen, zielen die Regulierungsbehörden darauf ab, die Rückkehr physischer Bedienelemente vorzuschreiben und Yoke-Lenkräder in der Praxis zu untersagen.
Blinker, Gangwahlschalter und mehr
Den neu entworfenen Vorschriften des chinesischen Ministeriums für Industrie und Informationstechnik (MIIT) zufolge haben Autohersteller die Abhängigkeit von Touchscreens zu weit getrieben. Ab 2027 müssen wichtige Sicherheits- und Fahrfunktionen über physische Tasten oder Schalter bedient werden, die für den Fahrer leicht erreichbar sind. Die aktuelle Liste umfasst Gangwahlschalter, Blinker, Warnblinkanlage und Notruffunktionen (eCall). Siehe Berichterstattung hier.
Die Regeln sind präzise. Diese essenziellen Bedienelemente müssen ein klares taktiles oder akustisches Feedback bieten und eine Mindestfläche von 10 mm x 10 mm (⅜ Zoll x ⅜ Zoll) aufweisen.
Dies würde den Ausschluss kritischer Funktionen in Touchscreen-Untermenüs oder die Verwendung flacher haptisch-kapazitiver Panels ohne physisches Feedback bedeuten. Damit wird der von Tesla popularisierte und von anderen Herstellern wie BYD und Xiaomi übernommene Ansatz beim Innenraumdesign infrage gestellt.
Die Physik hinter dem Yoke-Verbot
Während viele Fahrer die Rückkehr physischer Gangwahlschalter und Blinker begrüßen dürften, ist das Yoke-Lenkrad am stärksten betroffen.
Bei dieser Maßnahme geht es nicht um Ästhetik, sondern um Physik und Crashtest-Ergebnisse. Der aktualisierte Sicherheitsstandard (GB 11557-202X) überarbeitet die Anforderungen zum Schutz des Fahrers vor Verletzungen durch den Lenkmechanismus. Um die Anforderungen zu erfüllen, muss ein Lenkrad an 10 spezifischen Punkten entlang seines Kranzes getestet werden.
Bei einem Yoke fehlt die obere Hälfte des Lenkradkranzes, was die erforderlichen Aufpralltests für den oberen Bereich verhindert und automatisch zur Nichteinhaltung führt. Die Regulierungsbehörden verweisen auf erhebliche Risiken, ausgehend davon, dass ein herkömmliches rundes Lenkrad als große Pufferzone dient.
Ohne einen vollständigen oberen Lenkradkranz kann der Körper des Fahrers bei einem Unfall über das Lenkrad hinaus nach vorne schnellen und auf das Armaturenbrett aufschlagen. Zudem merken sie an, dass die unregelmäßige Form und Struktur des Yoke zu unvorhersehbaren und potenziell gefährlichen Airbag-Auslösungen führen kann.
Globale Auswirkungen
Da China der größte Automobilmarkt der Welt ist, dürften diese nationalen Regeln eine umfassendere Neugestaltung des Designs erzwingen. Die Entwicklung komplett eigenständiger, nur für China bestimmter Armaturenbrettarchitekturen ist für die meisten Hersteller wirtschaftlich nicht realisierbar.
Für Tesla, das sowohl minimalistische Innenräume als auch das Yoke mit vorangetrieben hat, dürften die Auswirkungen begrenzt sein. Das Unternehmen hat bereits Blinkerhebel wiedereingeführt, und auch ein Gangwahlhebel könnte zurückkehren (obwohl die PRNDL-Notfalltasten – nahe der Innenraumbeleuchtung beim Model 3/Y bzw. nahe der Handyladestationen beim S/X – die Anforderungen möglicherweise bereits erfüllen).
Mit dem Produktionsende von Model S und Model X ist das ursprüngliche Yoke bereits auf dem Rückzug. Beim Cybertruck sollte das eckige Lenkrad theoretisch die neuen chinesischen Kriterien erfüllen, da es im Gegensatz zum Yoke über einen vollständig geschlossenen, durchgehenden Lenkradkranz verfügt, der die für Tests notwendigen Aufprallpunkte bietet.
Obwohl sich die Verordnung noch im Entwurf befindet, bereiten sich Autohersteller, einschließlich Tesla, wahrscheinlich bereits jetzt auf die Umsetzung in den kommenden Jahren vor.
China hat zudem kürzlich elektrische Türgriffe ohne manuelle Notentriegelung verboten, was Auswirkungen auf das Model 3 und Model Y haben wird.















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